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Freitag, 07 Oktober 2016 11:03

Ein Fotowalk durch Lissabon

Ein Fotowalk durch Lissabon

Die Reise selbst ist schon eine Weile her, aber nachdem ich nun endlich die Zeit hatte auch mal meine Bilder komplett zu sichten, folgt nun ein kleiner Reisebericht und Stadtrundgang zu meinem 3-Tage-Lissabon-Trip aus der Fotografenperspektive mit Empfehlungen für den einen oder anderen interessanten Spot.

 

  

Los geht's mit dem Stadtkern. Die Altstadt ist voller wunderschöner alter Gebäude. Die sind teilweise erstaunlich hoch und lassen nur wenig Licht in so manche Gasse. Genauso findet man aber auch hinter jeder zweiten Ecke ein kleineres oder größeres Plätzchen. Man macht auf jeden Fall nichts falsch, wenn man einfach erst einmal kreuz und quer drauf losgeht, um sich so ein wenig in das Feeling der Stadt einzuarbeiten.

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Fortbewegungsmittel der Wahl war für mich die U-Bahn, die mit ihren vier Linien in den Farben rot, gelb, grün und blau wirklich idiotensicher ist. Die Stationen sind teilweise sehr nett gestaltet, so dass man fast in Versuchung kommen könnte hier ein wenig Architektur-Fotografie zu betreiben. Leider hatte ich den Eindruck durch diverses Polizeipersonal immer recht schnell genau beobachtet zu werden, wenn ich mein Stativ irgendwo ausgefahren habe, so dass ich eigentlich nur einen ernsthaften und eher schnellen Versuch unternommen habe.

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Lissabon liegt am Fluss Tejo und so drängt es sich förmlich auf, sich mit der Kamera auch mal an dessen Ufer rumzutreiben. Aus fotografischer Sicht lohnt sich dafür das (der Stadt abgewandte) Südufer deutlich mehr. Die überfahrt mit der Fähre kostet 2,10€, die man meiner Ansicht nach in jedem Fall investieren sollte, gerade wenn man auf der Jagd ist nach Bildern vom Sonnenuntergang (was ich in diesem Beitrag auch schon ziemlich ausführlich thematisiert habe). Das Südufer ist aber auch zu jeder anderen Tageszeit interessant mit seinem abwechslungsreichen Küstenverlauf, vielen Aussichtspunkten, kleinen Häfen und Ruinen. Leider hatte ich dort nicht so viel Zeit, wie ich gebraucht hätte. Fotografisch kann man es dort locker einen kompletten Tag aushalten. 

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Der Fahrstuhl im dritten Bild kostet übrigens 50 cent. Das ist nicht weiter schlimm, sagt einem nur vorher keiner, sondern man zahlt erst am Ziel. Das Nordufer direkt an der Stadt selbst fand ich persönlich eher enttäuschend, mehrheitlich leider verdreckt und nur mit unschönen Beton-Wasser-Übergängen. Es wird halt sehr schnell industriell, was aber nirgends so recht ins Bild passt. Zugegebenerweise gab es zum Zeitpunkt meines Besuches aber auch einfach sehr viele Baustellen, die das ganze relativ unsexy machten, das kann sicherlich auch schöner aussehen. Wenden wir uns lieber noch ein paar Aussichtspunkten in der Stadt zu, denn davon gibt es reichlich! In Lissabon haben die einen besonderen Namen: Miradouros. Das sind meist kleine Parks in mitten der Stadt, auf Hügeln, Türmen oder Hoteldächern. Bedingt durch die Kürze meiner Reise hatte ich leider nur einen Abend für einen Sonnenuntergang auf einem Miradouro. Ich versuchte natürlich den besten Kompromiss zu finden aus touristischer Unberührtheit und einer guten Aussicht, was mich letztendlich auf den Miradouro da Nossa Senhora do Monte führte.

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Der stets präsente Grasgeruch verriet, dass dies eher das Revier der Einheimischen ist. Dementsprechend entspannt war die Atmosphäre, kein Vergleich zu den überrannten Tourispots, wie beispielsweise dem Castelo de Sao Jorge, im ersten Bild links zu sehen. Auch dieses besuchte ich aber aufgrund der Empfehlung eines Freundes, der mal ein Jahr in Lissabon gelebt hat. Zwar ist der Eintritt mit 8 Euro hier etwas gepfeffert, man zahlt aber nicht nur für den Ausblick, sondern auch für die Besichtigung der gesamten Burganlage. Da diese in der Tat riesig ist, verteilen sich auch die Touristen auf ein erträgliches Niveau und es macht durchaus Spaß, die vielen verwinkelten Ecken zu erkunden, wofür man auch ganz bequem zwei Stunden einplanen kann. Möchte man auch hier den Sonnenuntergang ablichten, empfiehlt es sich also nicht zu spät mit dem Aufstieg zu beginnen. 

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Beenden möchte ich diesen Beitrag allerdings noch mit ein paar ernüchternden Worten. Auf vielen Seiten wird ein Abstecher in den Stadtteil Belém empfohlen, oft sogar als #1 Highlight der Stadt. Das kann ich ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen. Man hat es hier mit einem sehr weitläufigen Areal zu tun, auf dem eigentlich nicht besonders viel interessantes zu sehen ist (zumindest nichts, was die Anreise mit dem Zug rechtfertigt). Man kann für 4€ auf einen netten Aussichtsturm (Padrão dos Descobrimentos) klettern, sieht von dort oben aber eigentlich auch nur das graue Betonufer, verdreckte Hafenanlagen und einen großen (bei näherer Betrachtung sehr ungepflegten) Park/Garten. Wenn man aber schon mal da ist und über die entsprechende Ausdauer verfügt, kann man jedoch noch bis zum Torre de Belém laufen, einem durchaus imposanten kleinen Schloss am Wasser. Preis und Warteschlange haben mich persönlich aber davon angehalten dieses auch von Innen zu besichtigen, für eine nette Langzeitbelichtung um die Touristen zu entfernen (siehe zu diesem Thema hier) hat es sich jedoch alle mal gelohnt.

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Fazit: Lissabon lohnt sich! Eine unheimlich abwechslungsreiche Stadt, für die ich gerne deutlich mehr Zeit gehabt hätte. Der günstige, simple und effiziente Nahverkehr ist noch das Tüpfelchen auf dem i, so dass es wirklich Spaß macht, sich hier zu bewegen, nicht nur als Fotograf!


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